Gottesdienste demnächst

ich sonntage, du sonntagst, er sonntagt, sie sonntagt, wir sonntagen, ihr sonntagt,
sie sonntagen, es sinntagt …

17. Sonntag nach Trinitatis ERNTEDANKTAG 04.10.2020

10.00 Uhr Kirche in ZAHNA (Matthias Schollmeyer)

15.00 Uhr Kirche in Blönsdorf (Ute Schollmeyer)


18. Sonntag nach Trinitatis 11.10.2020

Kropstädt 8.30 Uhr (Matthias Schollmeyer)

Bülzig 10.00 Uhr (Matthias Schollmeyer)

Mellnsdorf 8.30 Uhr (Ute Schollmeyer)

Seehausen 10.00 Uhr (Ute Schollmeyer)


Fläminger Kirchenmusik-Sommer 11. Oktober 2020

Sinfoniekonzert Zahna 17.00 Uhr Peter Tschaikowsky & Karl Jenkins

Hebräische Lieder

„Donna Donna“ Eine musikalische Reise durch das Judentum mit hebräischen, sefardischen und jiddischen Liedern mit Esther Lorenz, Gesang + Rezitation

„Am Ende lösten sich die Zuhörer tief bewegt in der Erkenntnis, den uralten Puls des Judentums gefühlt zu haben – einen Atemzug lang.“ (Rheinische Post) und Peter Kuhz, Gitarre

Mit dem Konzertprogramm „Donna Donna“ benannt nach dem berühmten jiddischen Lied von Sheldon Secunda, das sich metaphorisch mit dem Warschauer Getto beschäftigt, präsentiert die Sängerin Esther Lorenz israelische und spanisch-jüdische Musikkultur. Auch das Ostjudentum mit seiner reichen lyrischen wie geistlichen Welt findet Raum. Der Poet Abraham Reisen wird oft der „Heinrich Heine der Jiddischen Sprache“ genannt. Sein Gedicht „Vek nisht“ wird als Vertonung von Esther Lorenz im Duett mit Peter Kuhz vorgetragen, der außerdem das Konzert an der Gitarre begleitet

Mit „Hinach Yaffa“ hat der Chansonkomponist und -sänger Georges Moustaki das romantische Hohelied der Bibel musikalisch festgehalten – „Wie schön bist Du meine Freundin, wie schön“. Esther Lorenz besingt den „Abend der Rosen“ in „Erev shel shoshanim“ – ein Liebeslied, das oft auf Hochzeiten gespielt und gesungen wird und zitiert ein beliebtes israelisches Schlaflied mit „Numi, Numi“, das die Rückkehr des „Abbas“ verspricht – der hebräische Kosename für Papa.

Weniger bekannt ist die Musik der sephardischen Juden, die sich nach ihrer Vertreibung aus Spanien im Mittelalter in ganz Südeuropa, in Israel sowie in New York ansiedelten. „Adio Querida“ – der Abschied von der Geliebten wurde der Inbegriff dieser musikalischen Überlieferungen der Sefarden. Noch heute erinnert der spanische Flamenco an die maurischen Klänge dieser fast vergessenen Kultur. 

Erläuterungen über jüdische Bräuche, Lyrik und die berühmte Prise Humor   vervollständigen dieses Kaleidoskop, das jüdisches Leben von verschiedenen Seiten beleuchten möchte.

„Kaum jemand im Saal dürfte hebräisch verstanden haben, trotzdem gelang es Esther Lorenz, die Gefühlswelt, die zentralen Aussagen der Lieder mit der Sprache der Musik zu vermitteln, dass jeder im Saal verstanden haben dürfte.“ (Fränkische Landeszeitung)

Johannestag 24. Juni 2020

Ein Wächter links und einer rechts. Nach oben
zerrt man Johannes grob an Bart und Haar.
Der Henker hat das Beil zum Hieb erhoben –

was Salome erbat, er macht es wahr:
„Des Täufers Haupt auf einer Silberplatte,
so löhne man mein Tanzen wunderbar.“

Johannes, weil er sie verurteilt hatte,
war abgetan zu langer Kerkerhaft.
Nun fordert Herodias – diese Ratte,

dass man den klugen Mann beiseite schafft.
Die Ader soll ein scharfer Stahl durchtrennen –
dass spring hervor der rote Lebenssaft.

Da hört man auf des Kellers Stufen Rennen;
zwei Boten stürzen in den finstern Raum.
Der Täufer kann als Jünger sie erkennen –

was dann, erscheint ihm als ein Himmelstraum:
Die beiden fallen hin zu seinen Füßen
und greifen nach des Fellkleids hartem Saum:

„Der Meister Jesus lässt dich durch uns grüßen

wir sollen dich in seinem Namen küssen.

Du ließest fragen: ‚Sollen wir noch warten,
weil da vielleicht ein Besserer noch komm?´
Nun weist er Früchte dir aus Gottes Garten –

zu machen deinen Kinderglauben fromm.
Denn Lahme gehen, blinde Augen schauen
und toten Leibern Leben neu erglomm.

Die Seuche wich, Dämonen in die Sauen
gefangen wurden, Kranke gelten heil.
So stutzte Christ dem Teufel seine Klauen –

und du, Johannes, hattest daran Teil.“
Der Täufer hört´s und seine Augen leuchten,
man sieht es spiegeln in dem scharfen Beil,

wie sie beim Schein der Fackeln sich befeuchten
des Evangeliums wegen, das erscholl
in finsterem Gewölb dem Aufgescheuchten –

dass ihm aus aus frohem Mund der Lobpreis quoll:
„So also durfte ich den Heiland sehen?
Schlagt ab das Haupt, es sagte, was es soll.“

Die beiden Jünger sieht er nicht mehr gehen.
Doch den er taufte – fühlt er bei sich stehen.