der Paradiesvogel

In der Fülle aller bisher gedrehten Jesusfilme gibt es auch diesen wirklich guten: „40 Tage in der Wüste.” Am Ende des Streifens werden wir Jesus am Kreuz sehen – und den Paradiesvogel. Der bunte Vogel ruft zu dreien Malen und erscheint auch in seiner paradiesischen Pracht für ein paar Sekunden im Bild. Der Film ist langsam und verhalten. Es spielen insgesamt sechs Personen mit – wobei Jesus und sein Versucher eigentlich ein und dasselbe Wesen sind. Der Paradiesvogel hat ganz am Schluss als Siebenter das erlösende Wort. Und sein Wort ist Lockruf und Gesang. 

Mehr als diese wenigen Sekunden braucht es nicht, um klar werden zu lassen: „Wahrlich, ich sage Dir, heute noch wirst Du mit mir im Paradiese sein!” Der Evangelist Lukas lässt Jesus dieses Trostwort dem Schächer Dysmas entgegnen, von Kreuz zu Kreuz (Luk 24,42). Dysmas hatte Jesus darum gebeten, dass seiner in einem guten Reich irgendwo zum Segen gedacht werden möge.

Eine ähnliche Bitte wird im Ave Maria laut: Sancta Maria, Mater Dei, ora pro nobis peccatoribus nunc et in hora mortis nostrae. Dies Bitten, dass am Ziel jemand für den Verlierer eintritt, ist am Ende des von mir hier ausdrücklich empfohlenen Wüstenfilms sehr gut ins Bild gebracht worden. Spätestens in den letzten Sekunden komme der Trost. Und bleibe nicht stumm, sondern singe drei kurze Strophen. Der bunte Vogel als Priester, der über die Schwelle hilft.