Autor: sonntagt

Gottesdienste

21. Sonntag nach Trinitatis 24. Oktober 2021
Leetza 8.30 Uhr / Bülzig 10 Uhr (M. Schollmeyer)

Reformationssonntag 31. Oktober 2021
Kropstädt 8.30 Uhr / Zahna 10 Uhr (M. Schollmeyer) Wergzahna 8.30 Uhr / Feldheim (Ute Schollmeyer)

drittletzter Sonntag im Kirchenjahr 7. 11. 2021
Zallmsdorf 8.30 Uhr / Woltersdorf 10 Uhr (M. Schollmeyer) 8.30 Uhr Mellnsdorf / 10 Uhr Seehausen (Ute Schollmeyer)

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HERZLICH WILLKOMMEN

… unser Kindergarten in Bülzig soll christlich bleiben …

BEGRÜNDUNG FÜR DEN CHRISTLICHEN KINDERGARTEN IN BÜLZIG:

Frage: Was ist mit dem Kindergarten in Bülzig passiert?
Antwort: Am 24.06.2021 hat der Rat der Stadt Zahna-Elster beschlossen, zum 31.12.2021 den Mietvertrag mit der Kirchengemeinde „Sankt Marien“ Zahna zu kündigen – offenbar deshalb, um die evangelische Einrichtung ab 01.01.2022 als kommunale Kita selber weiter zu betreiben.

Frage: Was sagen die Eltern und das Erzieherinnenteam dazu?
Antwort: Die Eltern und Familien, alle Mitarbeitenden und auch Einwohner der Stadt Zahna-Elster (besonders in Bülzig) wünschen sich den Verbleib der Kita „Sankt Marien Bülzig“ beim Träger Evangelische Kirchengemeinde „Sankt Marien“ Zahna.

Frage: Wie wird das begründet:
Antwort: 1. Die Kirchengemeinde leistet in Bülzig seit 1998 eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung – zur Zufriedenheit der Eltern und der Kommune – wie uns immer wieder versichert wurde.

  1. Wir haben seinerzeit einen Mietvertrag abgeschlossen, der befristet ist bis zum Enden der Betriebserlaubnis. Wir haben diese Betriebserlaubnis nach wie vor und haben uns fachlich/sachlich nichts zu Schulden kommen lassen – so dass man uns den Vertrag außerordentlich kündigen könnte. Verträge sind einzuhalten (Pacta sunt servanda).
  2. Die von der Stadt Zahna-Elster anvisierte Kostenersparnis im Falle der stattfindenden Rekommunalisierung ist eine Illusion. Es gibt sie nicht.
  3. die Rekommunalisierung der KITA deckt sich nicht mit dem durch das Gesetz gewollten Subsidiaritätsprinzip
  4. die Wahrung der in § 3 KiFöG verankerten Trägervielfalt soll nicht nur auf dem Papier stehen, sondern muss Wirklichkeit bleiben.
  5. die Sicherstellung des Wunsch- und Wahlrechts der Eltern gem. §5 KiFöG ist ein hohes Gut. Wir legen der Stadt nahe, dieses Gut zu schützen.
  6. Die Unterzeichneten wünschen sich die Gewährleistung einer nachhaltigen Entwicklung frühkindlicher Bildung mit christlicher Ausrichtung für ihre Kinder in Bülzig.

Frage: Was wird die Kirchengemeinde nun unternehmen?
Antwort: Die Eltern möchten öffentlichkeitswirksam etwas für ihre Kinder und den Bülziger Kindergarten tun. Wir haben dazu geraten und ermuntert, Briefe an die Stadträte zu schreiben und diese Briefe „schön zu machen”. Da das Rathaus coronabedingt im Augenblick für öffentlichkeitswirksame Aktionen nicht die günstigste Lokalität ist, um das Problem zu kommunizieren, werden z.B. die Kirchen in Bülzig und Zahna als Orte angeboten, diese Briefe abzulegen. Zum Beispiel vor dem Altar. Wir werden die Briefe dann fotografieren und die Bilder auf unsere Homepage stellen.

Frage: Was für Altäre? Und was heißt es, diese Briefe „schön zu machen?”
Antwort: Die Altäre der Ortskirchen stammen zumeist aus dem 13. Jahrhundert – Sandsteinplatten, auf denen sieben Jahrhunderte lang die Augen der Bürgerinnen und Bürger geruht haben, wenn sie anlässlich von Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten, Konfirmationen und Trauerfeiern sich hier versammelten und versammeln.
Nach wie vor fordern wir nicht, sondern bitten den Stadtrat darum, seinen Kündigungsbeschluss zu überdenken und rückgängig zu machen. Wir legen den Mitgliedern des Stadtrates nahe, noch einmal die oben genannten Punkte verantwortlich zu bedenken. Es gibt keinen sachlichen Grund dafür, zu versuchen, unsere Arbeit mit dem brachialen Mittel der Gebäudekündigung zu beenden.
Und die Briefe sind deshalb schön, weil die Familien sie mit den Kindern und Erziehenden malen und gestalten – es sind sozusagen frohe Botschaften aus dem Kirchenkindergarten an diejenigen, die von der Bürgerschaft das Mandat für die Verantwortung der Stadt übertragen bekommen haben.

Frage: Scheut die Kirchengemeinde „St. Marien“ Zahna eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der Stadt Zahna-Elster?
Antwort: Nein. Aber wir möchten uns nach wie vor auf der Basis von Fakten, Tatsachen und des uns zustehenden gesetzlich verbrieften Rechts zum Thema äußern und zu einigen versuchen.

Bitten der Kinder und Eltern

Fundstück…

In einer alten Kirche hängen diese Worte. Wer mag sie wann aufgehängt haben? Ich vermute am Anfang der neunziger Jahre, als in unserem Land, wie so oft, um Freiheit gerungen wurde und Glasrahmen dieser Art in den neu aufkommenden Baumärkten zu finden waren. So mußten die Worte nicht einfach mit dem Zettel an der Wand befestigt werden. Offenbar haben sie jemandem am Herzen gelegen oder sind in jemandes Herz gefallen.
Inzwischen haben Zeit, Sonne und schwankende Luftfeuchtigkeit dafür gesorgt, dass sich das Papier von den Rändern her mehr und mehr auflöst. Fast erinnert das Blatt an eine alte Handschrift, die irgendwo in einer Höhle am Toten Meer gefunden wurde. Einst kostbar genug gerahmt oder in einem Tonkrug verwahrt zu werden, sind die Worte in Vergessenheit geraten.
Von Maria heißt es in der Weihnachtsgeschichte des Lukas: Und sie bewahrte alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Historisch betrachtet, gehören die Worte des Paulus und dieser Satz über Maria nicht zusammen. Die beiden sind sich wohl nie begegnet. Und nun sind sie mir in Auge und Herz gefallen, gehen mir nicht aus dem Sinn. Ihr seid zur Freiheit berufen. Bis dahin ist es noch leicht. Die Freiheit ist bei allen gern gesehen und jeder möchte sie gern für sich haben, beanspruchen. Sie steht auf so vielen Fahnen und Transparenten, wird mit verbaler oder Waffengewalt versucht einzufordern, zu verteidigen und festzuhalten.
Für Paulus steht die Freiheit nicht allein im Raum der Zeit. Sie betritt den Saal oft Hand in Hand mit der Selbstsucht.
Für wen oder was gebe und schaffe ich Raum im Leben?
Wo bin ich wirklich zur Freiheit berufen und was ist Freiheit überhaupt? Wem gehört sie? Gehört sie überhaupt jemandem? Gehört überhaupt jemandem etwas? Wasser, Luft, Kinder, Eltern, Raum, Zeit, Macht, Verantwortung, Acker, Wald, Wiesen, Himmel?
Wie kostbar ist selbst noch die verlassenste Kirche, die solche Schätze birgt. Wie dankbar bin ich Maria und Paulus und dem Unbekannten, der das Blatt einst in den Rahmen legte und an die Wand hängte. Sie helfen mir, meine Selbstsucht zu sehen, abzulegen und an den Nagel zu hängen.

Es grüßt Sie herzlich Ihre Pfarrerin Ute Schollmeyer